Datenverlust, viele Bilder von 2008 weg – Worst Case

Vor 5 Wochen ist es passiert, nach einem Neustart bootet mein Macbook nicht mehr von der Harddisk. Festplatte kaputt. Entspannt besorgte ich mir am darauffolgenden Tag eine neue, installierte Leopard neu und dann der Schock. Der Versuch auf mein Backup zuzugreifen, schlägt unbekannter weise fehl. Als externes Storage benutze ich einen Freecom Datatank. Dieser besteht aus, per Raid 1 gespiegelten 500GB-Harddisks. Besonderheit, schneller Zugriff per Firewire oder USB und mit integrierter Hardwareverschlüsselung. Und genau diese Verschlüsselung verursacht scheinbar die Probleme. Die beiden Partition können einfach nicht gemountet werden, nicht einmal erkannt wurden Sie. Aus diesem Grund ging ich von einem technischen Defekt des Controllers aus und schickte, ich habe noch Garantie darauf, dieses Gerät ein. Freecom unternahm alles menschenmögliche, um die Daten zu retten. Ein Lob auf deren Support. Aber auf Grund spezieller Umstände war es Ihnen nicht möglich, die Daten zu entschlüsseln und zu retten. Heute bekam ich diesen Datatank repariert wieder… leer.

Natürlich heißt es immer, dass man seine wichtigsten Daten zusätzlich außerhalb der Brandschutzzone gesondert aufbewahren sollte. Hier schlug das verdammte Murphy’s Gesetz zu… einen Tag zuvor hatte ich auf Grund einer Restrukturierung diese externe Sicherung vorrübergehend löschen müssen. :-/

Ein fünkchen Hoffnung besteht noch, bisher habe ich es noch nicht geschafft, einen vollständigen Filesystemcheck auf meine „kaputte“ Harddisk durchzuführen.

Mein Datenverlust: ungefähr 65% aller Fotografien von 2008.

Besonders wichtige Bilder hatte ich glücklicherweise auf DVD gebrannt.

Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, unternehme ich aktuell alles, dass dies in Zukunft nicht mehr so schnell passiert. Mein Lösung hierzu werde ich demnächst vorstellen.

Wie sichert Ihr eure Bilder? Welche Vorsorgemaßnahmen habt Ihr getroffen?

Über Oliver Schaef

Initator und hauptverantwortliche Person hinter dem Blog fotolism.us. Weitere Informationen über mich. Besucht auch meinen Photoblog: www.3ey.es und folgt mir auf Twitter. Danke! :)
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14 Antworten auf Datenverlust, viele Bilder von 2008 weg – Worst Case

  1. Steffen sagt:

    Ach du sch++++! Das ist ja echt ärgerlich. Da kommt ja wirklich alles zusammen.

    Vielleicht würde es dir ja helfen, deine Daten noch mal im Netz zu bunkern. In Amerika gibt es Anbieter, die Unmengen an Webspace für kleines Geld verkaufen. Allerdings ist das Hochladen sicher eine ganz schöne Fleißarbeit. Obwohl. Du als Oracle-Profi hast doch sicher einen flotten Internetzugang zur Verfügung 🙂

  2. Steffen, ja, da habe ich bereits ernsthaft darüber nachgedacht und habe da auch schon einen sehr interessanten Anbieter… ist nur die Frage, ob der auch 1Gbit unterstützt? 😉

  3. Uwe Mayer sagt:

    Neben dem ‚Original‘ verwende ich zwei voneinander unabhängige Sicherungskopien auf externen Festplatten, kein RAID, kein Drobo. Nie mehr als zwei der Platten sind gleichzeitig am selben elektrischen System / PC. Lesbarkeit der Kopien wird regelmäßig mit anderem PC geprüft.
    Räumliche Trennung der Kopien realisiere ich nicht unbedingt sklavisch, Besserung habe ich mir vorgenommen.

    Synchronisation der Archivplatte mit einer der beiden Kopien zweiwöchentlich, Kopien wechseln dabei. Einmal im Quartal vollständiger Vergleich von Kopie und Archivplatte. Einmal im Jahr überprüfe ich sporadisch die Lesbarkeit einer der Platten von einer anderen Plattform aus (meist Linux).
    Hört sich aufwendig an, aber die Arbeit machen ein paar Batchdateien. Dann noch die Disziplin die Platten anzustöpseln und die Batches anzustossen.

    Fotos im Workflow habe ich zusätzlich auf einer Workflowplatte, auf der wird dann real gearbeitet. Kurz: dreifache Datenhaltung.

    —–
    Nachtrag zu Drobo und RAID: m.M. sind beides Lösungen für hohe Datenverfügbarkeit mit Redundanz, als Sicherungskopie wäre mir beides zu dünn.

  4. Vielen Dank Uwe, für die Beschreibung deines Workflows. Meine jetzige Lösung sieht ähnlich aus.

  5. Gerhard sagt:

    Au Scheiße! Mein Beileid… 🙁

    Aber bedeutet das, die Freecomgeschichte mit der Verschlüsselung funktioniert nicht? Legt das Ding einen Schlüssel auf dem Betriebssystem ab und hättest du den wieder irgendwo anders sichern müssen?

    Ich bin zum sichern inzwischen von DVD, dank Firmenequipment, auf Bluray umgestiegen.

  6. Bilder auf iPod, Time Machine Disk und in meiner Gallery auf meinem Server im Rechenzentrum, wo sie täglich nochmals auf eine separate Festplatte gesichert werden. Das reicht mit an Sicherheit… 🙂

    Ich hoffe, dass du noch einen Teil deiner Daten retten kannst! Viel Glück!

    Grüße

  7. Gerhard sagt:

    Edit: Guck mal ob du deine externe Sicherung, die du kurz vorher gelöscht hast, wieder herstellen kannst.

  8. Nils sagt:

    Also ich habe alles auf einer einzigen festplatte bei mir im PC. Alle 3 Wochen oder weniger mache ich ein Backup und spiele es auf meine Diskstation 107+. Das ist zwar auch kein Raid aber nagut. Ich werd mir mal die Zeit nehmen, die Biler auf eine DVD zu brennen, wobei DVDs ja auch nicht unendlich haltbar sind. Hat da jemand schon erfahrungen gemacht?

    Amazon S3 ist so ein Dienst, der ist zwar nicht Deutsch, aber da kostet dich 1 GB $0.15. Wenn du Daten hochlädst oder runterlädst, dann musst du auch noch ne kleine summe abgeben. http://www.amazon.de/gp/press/pr/20071106

  9. Lars sagt:

    Hi Oliver,

    ich sichere meine Fotodateien mittels der Backup-Funktion von Aperture auf einer REV-Disk von Iomega. Zusätzlich sichere ich meine Festplatte – auf der auch die Aperture-Datenbank liegt – mittels Time Machine auf eine Imomega UltraMax (2 x 500 GB im RAID 1).

    Bei mir hat sich zuletzt die interne Platte im Mac nach 5 Jahren verabschiedet. Da ich aber das Backup von Time Machine hatte, war der Ausfall nicht schlimm.

    Ich drück Dir die Daumen, dass Du Deine Daten vielleicht noch retten kannst!

    Gruß
    Lars

  10. manex sagt:

    ich sichere auf 2 rechner und usb 2 festplatten.ich bin ja bekennender pesimist..

  11. Lazlo M. sagt:

    Fotos sind bei mir so ziemlich das einzige, was ich unverschlüsselt speichere. Ich denke immer, da findet mal ein Nachkomme eine alte Festplatte mit Fotos, ich bin vielleicht schon Tod und habe das Passwort mit ins Grab genommen, das wäre doch schade!
    In dem Zusammenhang wäre es sicherlich auch gut, sich mal Gedanken um das Dateisystem zu machen. Ich habe jetzt eine Sicherung mit ZFS gemacht. Da finde ich positiv, dass das ZFS Prüfsummen bildet und korrupte Dateien identifiziert werden können. Wie kann ich sonst Sicher sein, dass die 10000 Fotos da auf der Platte auch wirklich alle noch geöffnet werden können.

  12. @all vielen Dank für die vielen Ratschläge, Aufmunterungen und Gedankenstützen.

    @Lazlo da hast du wirklich Recht, das wäre wirklich sehr schade… das stimmt. Und ZFS ist das Filesystem der Zukunft, hoffentlich findet es bald einen vollständigen Einzug in die MacOSX-Welt. 🙂

  13. bjoern sagt:

    auch mein beileid…aber solange du nicht zu schaden gekommen bist, ist das ja nur ein materieller Verlust. Think positiv…ich werde mir demnächst ein NAS-System kaufen mit 2×500 GB Raid und dann wird auf mac und pc und zusätzlich auf DVD gebrannt….aber ich finde auch meine Bilder nicht mehr, die ich vor 2005 gemacht habe! Damn….ich glaub ich hab die mal runter gebrannt und dann die DVD verlegt….nach 5 Umzügen in dieser Zeit kann das auch schon mal passieren!

  14. Herr Q. sagt:

    Aua, das tut weh. Ich hoffe Du kommst irgendwie wieder an die Bilder.

    Auf photoappar.at gab es eine Umfrage zu dem Thema Fotoorganisation, ein Punkt betraf das Backup. Die Rückmeldungen sind sehr interessant zu lesen.
    http://photoappar.at/blogparade-fotos-organisieren/

    Der obige Link war für mich der Anlass ebenso darüber zu schreiben:
    http://www.zuckersuess-und-bitter.de/?p=69

    Ganz kurz zusammengefasst:

    Grundsätzlich auf unterschiedliche Speichermedien sichern (CD/DVD, Flash, Platte, etc.). Alle Speichertypen sind gegen irgendetwas anfällig.
    Meine DVDs waren nach langer sorgfältiger Lagerung noch leserlich. Blueray bedeutet immer mehr Daten auf kleinstem Raum, ob dies der Haltbarkeit zuträglich ist? Ich zweifle.

    Backups an unterschiedlichen Orten lagern, hast Du oben schon erwähnt. Ein Bankschließfach wäre auch eine Variante.

    Daraus ergibt sich, dass man möglichst viele Backups besitzen sollte.

    Meine Variante hat sich inzwischen auch etwas geändert.
    Bei mir gibt es mindestens zwei Kopien. Wenn die Bilder noch frisch sind, dann eine auf der Kameraspeicherkarte und eine auf dem Rechner. Später habe ich die Bilder im PC, sowie auf einem weiteren Speichermedium.

    Zum Schluss wäre noch die Leserlichkeit veralteter Formate zu erwähnen, aber darüber ärgern wir uns ein andermal.

    Mit Gruß

    ps: RAID? RAID, wurde oben von Herrn Mayer angesprochen.

    pps: Ihr gestalltet hier ein sehr schöne Seite!

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