Mein Beitrag zur Vogelfotografie – Action am Futterspender

Über die Weihnachtsfeiertage war ich mal wieder zu Hause bei meinen Eltern. Total entspannt, offline und schön. Faul lag ich auf dem viel zu bequemen Sofa im Wohnzimmer. Betrachtete dabei den liebevoll geschmückten Weihnachtsbaum und warf einen müden Blick in den tief verschneiten Garten. In den vergangenen Tage hatte es einfach zuviel geschneit. Aber was geht da draußen denn ab? Keine 5 Meter entfernt hatte mein Vater einen Futterspender für Vögel in einen Busch gehängt und da war mal richtig was los. Finken, Meisen, Spatzen, Dompfaff und sogar ein Specht bedienten sich dieser endlos scheinenden Nahrungsquelle. Es machte Spass dieses Treiben zu beobachten. Obwohl genug Fressen für alle da ist, wird gekämpft, gestritten und dieser Bereich vor allem von den Grünfinken verteidigt – außer es schaut mal ein etwas größerer Waldbewohner vorbei, dann sind die sofort verschwunden. Witzig.

Als ich da so im Sofa lag und mich köstlich über die gefiederten Viecher amüsierte kam mir die Idee davon Fotos zu machen. Nach kurzer Überlegung hatte ich auch schon einen Plan… Stativ, Kamera, 100mm Linse, Fernauslöser… Keine große Kunst.

Als Fernauslöser nutzte ich meinen Blitzauslöser Yongnuo RF-602 C3, der Vorteil, eine höhere Reichweite und es funktionierte auch durch die Fensterscheibe hindurch – schließlich war ich ja faul und wollte es warm und bequem haben. 🙂

Um diese unglaublich flinken Gesellen möglichst auch im Flug zu erwischen, wollte ich eine Auslösezeit von mindestens 1/1000 Sek. haben. Diese erreichte ich, indem ich dafür die ISO auf 400 stellte, da ich zusätzlich auch in der Tiefenschärfe etwas mehr Spielraum behalten wollte.

Desweiteren dachte ich mir, wäre es um so interessanter, komplette Bewegungsabläufe in Bilder festzuhalten. Dies bedeutet, Highspeed 8 Bilder pro Sekunde, was mit der Canon 7D auch möglich ist.

Nachdem ich also alles soweit aufgebaut und eingestellt hatte, zog ich mich geschwind wieder ins Warme zurück und wartete, bis die aufgeschreckten und verunsicherten Vögel wieder zurück kommen. Nach ca. 15 Minuten traute sich als erstes eine kleine Kohlmeise wieder in die Nähe des Futterspenders. Landete auf einem Ast oberhalb, guckte das komische schwarze Ding an, flog, pickte sich einen Kern und verschwand wieder… so ging es ein paar mal, bis die feigen Grünfinken wieder nach und nach den Bereich für sich beanspruchten.

Mit dem fotografieren hielt ich mich erstmal zurück, damit sich die total verunsicherten Gefiederviecher sich an meine Kamera gewöhnen. Man sah es ihnen an, dass ihnen die Sache nicht ganz geheuer war.

Als sich das Treiben an der Futterquelle wieder normalisiert hatte, drückte ich am Fernauslöser den Knopf. Am rotem Licht der Kamera, welches den Schreibzugriff signalisierte, sah ich… die Bilder werden gespeichert. Noch im selben Atemzug sah ich aber auch, das in Sekundenbruchteilen auch alle Vögel wieder verschwunden war. Dämlich, dies hatte ich nicht bedacht, dass die Kamera wie ein Maschinengewehr los feuert und natürlich meine Models verschreckt…

Nach der Umstellung von Dauer- auf Einzelfeuer musste ich mich erneut in Geduld üben. Was aber kein Problem war, schließlich hatte ich es ja gemütlich und warm! 🙂

Das wilde Treiben kehrte so langsam wieder zurück. Willkürlich und je nach Szene drückte ich auf den Auslöser. Nach weiteren 20 Minuten interessierte sich kein Spatz mehr für das Geklicke meiner Kamera. Dabei entstanden einige witzige Aufnahmen…

Und am krassesten finde ich diesen Finkischen Kungfu-Schlag:

Soweit mein Beitrag zur Vogel(foto)grafie! 🙂

Über Oliver Schaef

Initator und hauptverantwortliche Person hinter dem Blog fotolism.us. Weitere Informationen über mich. Besucht auch meinen Photoblog: www.3ey.es und folgt mir auf Twitter. Danke! :)
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10 Antworten auf Mein Beitrag zur Vogelfotografie – Action am Futterspender

  1. Cooler Beitrag. Ist ja ne entspannte Art und Weise Fotos zu machen 😀

    Sind die Fotos denn unbearbeitet? Ich glaube da könntst du nämlich noch viel herausholen. 🙂

  2. Florian Nagel sagt:

    Danke für diesen entspannten Vortrag.

    Ich hab mich auch ab und zu mal darin probiert. Allerdings hab ich die komfortable Variante mit dem Fernauslöser nicht. Das heißt langes Warten bis sich am Baum vorm Haus was tut (Notiz an mich selbst: So ein Meisenknödel lockt bestimmt mehr Vögel an als wenn NICHTS dort hängt!) Ich hab immer die Variante mit nem 70-300 gewählt.

    Noch eine Frage: Hast du Autofokus mit Fernauslöser oder den Fokus gleich gelassen?

    Danke für die schönen Bilder!
    🙂 🙂 🙂

  3. Gerlinde sagt:

    toll! Hab mich amüsiert, und sehr interessante Bilder geworden:-)

  4. Jens sagt:

    Da wurden wirklich ein paar sehr interessante Momente fotografiert, wie sie sonst nicht wahrgenommen werden. Gerade das Bild mit dem Kungfu-Schlag finde ich sehr gelungen, aber auch die Geschichte hinter den Bildern!

  5. jens sagt:

    nett erzählte story und lustige fotos. danke. 🙂

  6. Blende77 sagt:

    Danke für den Lacher des Tages! Das will ich auch mal ausprobieren…
    VG, Sandra

  7. Maddon sagt:

    Du hast tatsächlich den Chuck Norris der Finken gefunden! *roundhousekick*

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