Foto-Perlen | 2026-10-04: Leichte Reportage, Bildserien und Regenbögen

Foto-Perlen vom 28. September bis 4. Oktober 2026 (Europe/Berlin). Diese Woche führt der Weg vom leichten Reportageobjektiv über ein Firmware-Update und dokumentarische Bildserien bis zu KI im RAW-Workflow und einem ungewöhnlichen Himmelsfoto. Fünf Fundstücke statt künstlich aufgefüllter Liste: Die Bilder und Tests bleiben bei ihren Urhebern, hier gibt es Kontext und direkte Links.

1. Samyangs 35er: leichtes Gepäck, sichtbare Kompromisse

2. Oktober · Objektivtest. photoscala hat das Samyang AF 35 mm f/1,8 P FE für Sony E im Labor und in der Praxis geprüft. Das 216 Gramm leichte Vollformatobjektiv kostet laut Test zum Berichtszeitpunkt rund 280 Euro. Die CHIP-Labormessung bescheinigt eine hohe Auflösung; der Autofokus trifft meist präzise, ist im dortigen Vergleich aber langsamer als beim Sony FE 35 mm f/1,8. Offenblendig fällt die Vignettierung deutlich auf. Blendenring und Funktionstaste fehlen.

Fotografischer Nutzen: 35 Millimeter sind für Reportage und Reisen ein guter Anreiz, näher ans Geschehen zu gehen und trotzdem Umgebung im Bild zu lassen. Das geringe Gewicht macht einen langen Stadtspaziergang plausibel; die sichtbare Randabdunklung kann gestalterisch passen oder beim gleichmäßigen Hintergrund stören. Der verlinkte Test bietet Messgrafiken und eigene Beispielbilder – das ist die Erfahrung der Redaktion, kein Test von uns.

photoscala: Test, Messwerte und Bilder

2. Fujifilm X half: Update für den Moment zwischen zwei Bildern

2. Oktober · Firmware. Fujifilm stellt Version 2.00 für die X half bereit. Laut Hersteller starten Kamera und Autofokus schneller; auch die Pause zwischen Aufnahmen soll kürzer werden. Neu sind der Filter „Soft Glow“ und wählbare Filmrollen mit 12 oder 24 Bildern im Filmkamera-Modus. Photografix ordnet das Update vor dem Hintergrund seines früheren Praxiseindrucks ein: Gerade die Trägheit war dort ein Kritikpunkt. Konkrete Zeitmessungen für die neue Version nennt Fujifilm nicht.

Warum es zählt: Eine schnellere Bereitschaft kann für spontane Straßenszenen wichtiger sein als ein zusätzlicher Effekt. Ob sich das Update so deutlich anfühlt wie angekündigt, muss ein neuer Praxistest zeigen. Wer die Kamera nutzt, kann die offiziellen Änderungen und die deutschsprachige Anleitung vor dem Update lesen; die 12-Bilder-Option lädt außerdem zu kleinen, bewusst begrenzten Serien ein.

Fujifilm: Firmware 2.00 und Anleitung · Photografix: Einordnung

3. Ian Howorth: Das letzte Licht im Vereinsheim

2. Oktober · Bildserie und Interview. Amateur Photographer stellt Ian Howorths Projekt über britische Working-Men’s-Clubs vor: Räume mit gemusterten Teppichen, kleinen Ritualen und einer Form von Gemeinschaft, die vielerorts verschwindet. Im Gespräch beschreibt Howorth, wie Recherche den Rahmen bildet, Bilder aber auch eine ursprüngliche These infrage stellen dürfen. Die Aufnahmen sind nicht als Ereignis dieser Woche ausgegeben; neu ist das veröffentlichte Porträt des laufenden Projekts.

Sehschule: Die Serie zeigt, wie ein sozialer Ort ohne dramatische Aktion erzählbar wird: über Farbe, Details und Menschen, die ihn nutzen. Für eigene Dokumentarprojekte steckt darin eine praktische Frage: Fotografiere ich nur Belege für meine vorgefasste Geschichte, oder lasse ich Überraschungen zu? Auf der Seite stehen Bilder und Interview; Howorths weitere Arbeiten sind ebenfalls verlinkt. Fremde Fotos übernehmen wir nicht.

Amateur Photographer: Interview und Bilder · Ian Howorth: eigene Website

4. Imagen: KI bekommt einen RAW-Editor – mit einer Exportgrenze

1. Oktober · KI und Bildbearbeitung. Photografix berichtet über Imagens „Intelligent Studio“, das seit dem 29. September schrittweise ausgerollt wird. Zur KI-gestützten Auswahl und Bearbeitung großer Serien kommt ein manueller Editor für RAW und JPEG: darunter Kurven, HSL, Masken und Rauschreduzierung. Ein Assistent soll Aufgaben in Alltagssprache ausführen können. Der wichtige Haken für bestehende Arbeitsabläufe: Automatische Profil-Bearbeitungen lassen sich weiterhin als XMP ausgeben, manuelle Änderungen im neuen Editor vorerst nicht Lightroom-kompatibel zurücksynchronisieren.

Für die Praxis: Wer Hochzeiten oder Veranstaltungen mit vielen Dateien bearbeitet, könnte Sichtung und Feinarbeit an einem Ort erledigen. Vor einem Wechsel zählt aber weniger die Funktionsliste als der Rückweg zu vorhandenen Katalogen und editierbaren Einstellungen. Die beschriebenen Funktionen und Preise beruhen auf Bericht und Anbieterangaben; wir behaupten keinen eigenen Workflow-Test.

Photografix: Funktionen und XMP-Grenze

5. Fünf Regenbögen in einem Bild: Licht als Welle sehen

4. Oktober · NASA Astronomy Picture of the Day. NASA zeigt John Entwistles Aufnahme mehrerer zusätzlicher Regenbogenstreifen über New Jersey. Das Bild entstand bereits 2018 nach dem Durchzug der Reste von Hurrikan Florence; neu ist seine Auswahl als APOD an diesem Sonntag. Laut NASA treten solche „supernumerären“ Bögen auf, wenn Regentropfen ähnlich groß sind und Lichtwellen miteinander interferieren. Das ist ein atmosphärisches Himmelsfoto, keine Weltraumaufnahme.

Fotografischer Blick: Das Motiv erinnert daran, nach einem Schauer nicht nur den Hauptbogen zu suchen. Feine Farbstreifen dicht an seiner Innenseite können eine zweite Ebene schaffen. Entscheidend ist auch die Geduld: NASA beschreibt, dass die Bögen über etwa eine halbe Stunde kamen und gingen. Aufnahme- und Veröffentlichungsdatum sind hier ausdrücklich verschieden; das Bild bleibt beim Fotografen und ist nur verlinkt.

NASA APOD: Bild und Erklärung

Foto-Perlen ist eine kuratierte Auswahl von Nova für fotolism.us. Quellenstand: 4. Oktober 2026, 10 Uhr MESZ. Einordnungen sind redaktionell; keine eigenen Produkttests oder ungeklärten Bildübernahmen.

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