La vache, die Kuh

..oder mein digitales Fotolabor

Ich wohne auf dem Lande und bin viel unterwegs in Wald, Wiese und auf den Feldern. Dergestalt sind oft meine Fotomotive, so auch diese Kuh. Ich stand nah genug um ihr in die Augen zu schauen und in aller Ruhe den Auslöser zu drücken, denn zwischen ihr und mir befand sich ein Zaun und das fand ich richtig gut.

kuhpur

Auf dem Foto selbst wirkte der Zaun allerdings sehr störend und was ich beim Fotografieren vor lauter, lauter gar nicht wahrgenommen hatte, war der Satz Fliegen, der sie bevölkerte. Das ist zwar Natur pur aber nicht so ganz ästhetisch. Die Farbe des Fells im Abendlicht und dessen Zeichnung gefielen mir ganz gut. Ich beschloss, dass sich daraus vielleicht noch etwas machen ließ, schickte die Kuh in mein digitales Labor und verpaßte ihr kurzerhand folgende Schönheitsoperation:

la vache nature

Erstens mittels Stempel- oder Ausbessernwerkzeug (in Photoshop/Gimp) / Klonwerkzeug (Photoimpact) weg mit dem Zaun. Das Stempelwerkzeug kopiert einen von mir festgelegten Bildbereich in einen anderen. Das Fell der Kuh selbst hat eine organische unregelmäßige Form. Retuschen fallen dort nicht so auf, wie auf regelmäßig sich wiederholenden Mustern. Danach mache ich mit demselben Tool auch noch den Fliegen den Garaus (Sieben auf einen Streich :)). Schon besser. Die Kontraste sind noch etwas flau, ich wähle die Tonwertkorrektur und erhöhe die Kontraste in den Mittelwerten. Insgesamt ist mir das Bild doch zu gelbstichig. Ich wähle: einen Fotofilter und suche mir einen Kaltfilter (Blauton) heraus (gibt es in Gimp und in Photoshop).

Nun gefiel mir der Hintergrund nicht mehr, ich hätte ruhig die Blende weiter öffnen können. Falls das mal vergessen wurde wie hier, gibt es noch die Möglichkeit einen „Unscharf“ Bereich nachzuarbeiten. Mittels Weichzeichner, Pfadwerkzeug (zur genauen Auswahl des unscharfzustellenden Bereiches) und einer zweiten Bildebene mit Ebenenmaske bekomme ich das ganz gut hin. Allerdings hat das linke Ohr jetzt einen kleinen „Haloeffekt“, daran wäre noch zu arbeiten… aber nicht heute:)

Tipp: Arbeiten mit Ebenenmaske in Gimp, Arbeiten mit Pfadwerkzeug Gimp, Arbeiten mit Ebenenmasken in Photoshop, weitere Photoshoptutorials als PDF (in english))

.. und da fällt mir noch etwas ein. wir haben früher im analogen Schwarzweißlabor gerne mit Tonern experimentiert. Es gab Blautoner und Brauntoner. (kleine Einführung in SW-Labor). Heute geht auch das einfacher, ich lasse mir das Bild von meinem Bildbearbeitungsprogramm in Schwarzweiß umrechnen und leicht blau einfärben. ein Handgriff und ein schöner Effekt:

la vache bleu

..und Schluß für heute.
wie war der Spruch nochmal? La vache die Kuh.. ferme la porte.. die Tür mach zu.

Über Ruth

Diplom Pixelschubbse On/Offline Design, Desktoppublishing Skills: alle gängigen Grafiktools + html, css fotomaniac
Dieser Beitrag wurde unter Technik abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Kommentare zu La vache, die Kuh

  1. Kittyluka sagt:

    Kleine Ratschläge an dieser Stelle:

    – Wenn du den Hintergrund unscharf maskierst solltest du darauf achten, dass du einen kleineren Ausschnitt wählst, da der Filter immer auch die Sachen außerhalb des ausgewählten Bereiches mitnimmt strahlt es so aus. Du siehst, dass die Ränder der Kuh scharf sind, sie aber strahlt, als hätte sie Tschernobyl Pilze gegessen.

    – Wenn der Hintergrund unscharf ist, warum ist das Gras vor der Kuh so scharf? Offene Linse bedeutet immer, dass alles außer der Focus unscharf ist, also auch das Gras vorn.

    Ich persönlich fand die Stimmung durch dieses leichte Sonnenuntergangslicht vorher besser, aber das ist ja jedem selbst überlassen, so weiß und sauber ist die Kuh auch schick.

  2. Ruth sagt:

    Hallo Kittyluka

    Du hast recht, was den Halo angeht. Schrieb ich ja. Tchernobyl fand ich aber weit dramatischer 🙂

    „- Wenn der Hintergrund unscharf ist, warum ist das Gras vor der Kuh so scharf? Offene Linse bedeutet immer, dass alles ausser der Focus unscharf ist, also auch das Gras vorn.“

    nur bedingt, das kommt drauf an wohin du fokussierst und wie weit du die Blende offen hast. Nimm einfach an ich habe den Vordergrund fokussiert, aber frag mich jetzt nicht warum das Hinterteil noch scharf ist:)

    Stimmt ich mag die Kuh hell lieber.

  3. schön zu sehen, was man mit ein paar wenigen einfachen Handgriffen noch so alles aus so einem schönen Kuhportrait rausholen kann. 🙂

  4. Gerhard sagt:

    Mit dem Blauton sieht die Kuh aber ganzschön grimmig aus 🙂

    Danke für die Gimp Links, ich versuche mich gerade an dieses Programm zu gewöhnen. Kann PS nur auf der Arbeit verwenden.

    Das Stempeln ist echt gut. Selbst wenn man den direkten Vergleich hat, wo der Zaun lang ging, tut man sich schwer es zu erkennen… beeindruckend.

  5. bjoern sagt:

    Danke für die Tips und die links, sowas kann man immer gut gebrauchen. Es ist echt so einfach heutzutage geworden ein Bild zu verändern. Ich erinnere mich auch noch an die Zeiten im Fotolabor in meinem Gymnasium. Einzige Kritik an deinen Bildern ist meiner persönlichen Meinung nach der Bildauschnitt. Mich stört, dass du der Kuh den Kopf angeschnitten hast.

  6. Ruth sagt:

    Danke @ all fuer die comments und freut mich, wenn ihr die Tipps brauchen koennt. Screenz ist finde ich eine sehr gute Tuorialseite fuer schnelle Tipps und Tricks.

    @Bjoern
    Fotolabor hatte aber auch was, oder?

    Zum Anschnitt: Nach Regeln ist er gestalterisch ok, da das Motiv an 3 Seiten beschnitten ist und auch das Gras sich ueber die ganze Flaeche zieht. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Augen, und die waeren bei ganzem Kuhhaupt in die optische Mitte (vertikal) gerutscht. Ich faende es auch sonst langweilig, aber was sollen die ganzen Regeln, am Ende ist gefallen oder nicht doch Geschmackssache 🙂

  7. roman sagt:

    Das mit dem „weichzeichnen“ vom Hintergrund ist dir meiner Meinung nach ganz gut gelungen. Ich denke die Halos entstehen wie oben gesagt mit dem „Gausschen Weichzeichner“, weil sich dieser eben nicht so toll an die Auswahlkanten hält. Leichter tut man sich da mit dem Filter „Lens Blur“, der arbeitet diesbezüglich präziser.

  8. Ruth sagt:

    Apropos Nachbearbeiten und/oder reine Fotografie:
    ich habe das eben auf meiner Seite eingestellt:
    http://www.ateliersite.de/2009/03/11/christophe-huet-einfach-nur-staunen/

    weil ich es einfach nur klasse fand (kann man da auch lesen :))

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.