Experimente mit einem Retroadapter

Neugierig was das ist, habe ich einfach mal für mein 18-55mm-Canon-Kit-Objektiv so ein Ding bestellt. Die Beschreibung hörte sich nämlich sehr spannend an…

Nehmt einfach mal ein Objektiv in die Hand und blickt durch die Frontlinse hindurch. Wenn ihr nah genug zum Beispiel an einem Computerbildschirm ran geht, könnt ihr diesen Lupeneffekt feststellen. Mit einem Retroadapter lässt sich ein Objektiv quasi verkehrt herum mit einer Kamera verkoppeln und so diesen Lupeneffekt nutzen. Das Ergebnis, Abbildungsmaßstäbe von bis zu 5:1, was das fünffache eines herkömmlichen Makroobjektiv entspricht. Das ist fett!

So sieht so ein Retroadapter aus:

Retroadapter

Natürlich startete ich sogleich einige Experimente und musste feststellen, dass es doch gar nicht so leicht ist, ein halbwegs scharfes Bild hinzubekommen. Ein Autofocus ist logischer weise nicht möglich, auch die Blendensteuerung muss mit einem Trick (Objektiv in Normalstellung bringen und gewünschte Blendenzahl einstellen. Nun wird bei gleichzeitig gedrückter Abblendtaste das Objektiv wieder in Retrostellung gebracht – somit ist die höhere Blende fixiert und es steht eine höhere Schärfentiefe zur Verfügung) überlistet werden. Entsprechend muss auch die Belichtungszeit angepasst werden.

Bei meinem Test merkte ich, dass man doch sehr schnell verwackelt. Hier ist ein Beispiel:

Leiterbahnen

Natürlich kann man da jetzt keine Wunder erwarten, aber für 25 Euro einmal im Makrobereich zu experimentieren, das macht schon Spass. :)

7 Gedanken zu „Experimente mit einem Retroadapter

  1. Denny

    Hey, so ein Teil hab‘ ich auch. Hab’s aber leider noch nicht oft benutzt. Die Handhabung ist wirklich nicht ganz einfach, gerade mit dem Thema Blende. Da die eigentliche Blende erst beim Auslösen eingestellt wird, muss man mit der Abblendtaste arbeiten. Diese drücken und das Objektiv von der Kamera entfernen. So bleibt dann die gewünschte Blende im Objektiv eingestellt und man kann loslegen.

    Ich hab‘ mal eine Fliege mit dem Teil fotografiert. Ist enorm was man da an Details erkennen kann. Allerdings ist der Schärfebereich relativ begrenzt. Ein Stativ ist eigentlich fast Pflicht, wenn man nicht mit zusätzlichen Lichtquellen arbeiten kann.

    Es gibt sowas wohl auch professioneller. Da werden die Kontakte der Kamera und des Objektivs mittels Kabel verbunden und man hat dann wieder die Möglichkeit des Autofokus und der Abblend-Thematik.

  2. Besim

    Oh ja, das mache ich auch immer wieder gerne. Aus der Hand ist es wirklich schwierig, aber stets eine Herausforderung. Ist schon interessant, in welche Sphären man dadurch vordringen kann.

  3. Ruth

    ich wollte mir so eines neulich zu legen. aber im Fachhandel sagten sie mir, dass sie solche Ringe nicht mehr führen.. habt ihr Eure von Ebay?
    Ich finde diese Ringe nämlich auch klasse und erschwinglicher als ein makro… allerdings ist das mit Blende echt ein Nachteil..warum muss die Welt auch alles automatissieren.. hmmm

  4. Oliver Schaef Beitragsautor

    ja, falsch machen kann man nicht soviel, dennoch, in meinen Augen ist das keine Alternative zu einem Makroobjektiv. Zum experimentieren und spielen ist es aber genial. :)

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