Erstellung Panorama-Views mit Hilfe des Opensource-Tools Hugin

Vor kurzem verbrachte ich meinen Urlaub auf den Azoren. Diese Inselwelt ist für jeden Landschaftsfotografen ein Traum. Mit Sicherheit werde ich noch häufiger in Ausschnitten darüber bloggen. 🙂 Dieses mal widme ich mich aber dem Thema Panorama. Über Twitter erhielt ich von @96dpi und @perscriptor den Tipp, das Opensource-Tool Hugin zu testen, was in Version 0.7 für Windows und MacOSX zur Verfügung steht. Gesagt getan, hier mein Ergebnis:

panorama_lagoa_do_fogo_azores_small

Vorgeschichte

Am Boden des Kraters am Lagoa do Fogo auf der Insel Sao Miguel tat sich ein wundervolles Panorama vor mir auf. Fantastisch, das möchte ich in einem Bild festhalten, dachte ich mir… da ich kein Stativ mit hatte, vollzog ich erstmal Trockenübungen mit meinem Körper – wie drehe ich mich am besten in 360 Grad?! Nachdem ich den „Dreh“ raus hatte, ging es auch ganz fix und ich hatte die atemberaubende Umgebung in 16 Hochkantfotos im Kasten, bzw. auf der Karte. Im P-Modus checkte ich zuvor kurz die Blende und Belichtungswerte der Teilbereiche ab und stellte im M-Modus anschließend auf einen entsprechenden Idealwert -> Blende auf 10 und die Belichtungszeit auf 1/200, ISO 100, 10mm. In diesem Fall hatte die Fast-Mittagssonne einen großen Vorteil. 😉

wieder zu Hause

Zu Hause, als ich meine zuvielen Fotos ausgelesen hatte, war ich doch von dem Ergebnis dieser Bilderreihe überrascht und suchte eine einfache Möglichkeit per Software und möglichst viele automatismen daraus in wenigen Schritten ein Panorama zu bauen. Wie schon geschrieben… Twitter ist für soetwas genial! Einmal in die Runde gefragt wurde mir Photoshop und Hugin empfohlen. Adobe Photoshop hat entsprechende Werkzeuge oder Aktionen hierfür integriert, aber da ich dies nicht besitze greife ich lieber auf das scheinbar sehr mächtige Opensource-Tool Hugin zurück.

Hugin, Installation unter MacOSX

Windows, keine Ahnung, aber unter MacOSX verläuft die Installation denkbar einfach. Einmal heruntergeladen wird das Archive, je nach Einstellung automatisch gemountet. Nun einfach nur noch die Hugin.app nach Applications ziehen, fertig.  🙂

Das Archive beinhaltet zusätzlich das Plugin Autopano-SIFT-C. Ich empfehlen jedem, dieses nützliche stück Software zu installieren. Es analysiert alle für das Panorama hinzugefügten Bilder nach markanten Punkten und speichert diese automatisch als sogenannte Control-Points ab, woran die Bilder letztendlich ausgerichtet und angefügt werden. Dazu einfach den Container „Autopano-SIFT-C 2.5 plugin.dmg“ mounten und das Script „Install Autopano-SIFT-C plugin.scpt“ ausführen, fertig. Achtung, zuvor natürlich README lesen! 🙂

Die Erstellung meines ersten Panoramas

Meine 16 Hochkantbilder für das Panorama liegen als .jpg in einem Ordner bereit. Zu beachten ist, dass die Nummerierung passt -> zweistellig (01,02,…,16) sonst werden diese falsch sortiert importiert.  🙂 Und dann ist alles ganz einfach… Hugin starten und die Buttons 1, 2 und 3 nacheinander ausführen.  😉

  • Per „Load Images“ die 16 Bilder laden
  • Dank des Plugins Autopano-SIFT-C läuft der 2. Punkt „Align…“ völlig automatisiert ab
  • Im Fenster „Panoramic Preview“ führe ich noch unter „Edit“ die Funktion „Fine-tune all Points“ aus und „Optimize“, alle weiteren Möglichkeiten bleiben unangetastet und das Fenster kann geschlossen werden
  • im Hauptfenster wird der 3. Button gedrückt „Create Panorama“, anschließend geschehen wirre Dinge

Nach einer kurzen Zeit liegt im gewünschten Zielordner ein fertiges Panorama in .tif-Fileformat, welches dann mit einem beliebigen Bildbearbeitungsprogramm noch wunschgerecht angepasst werden kann – zum Beispiel möchte man noch entstandenen ungeraden Rand beschneiden, etc.

Fazit, Probleme bzw. höherer Einarbeitungsaufwand

Ein normales Panorama zu bauen ist mit Hilfe des kostenfreien Opensource-Tools Hugin sehr einfach und schnell möglich. Das Fenster „Panoramic Preview“ verfügt über eine Fülle von verschiedenen Projektionen, womit die lustigsten Darstellungen möglich sind.

Bei einem einfachen verschieben des Bildes, um zum Beispiel die Landschaft ideal auszurichten, bin ich allerdings gescheitert – plötzlich hatte ich zu hohe Kurven in meinem Panorama oder das Ergebnis stand plötzlich Kopf? Bei individuellen Anpassungen ist dann doch ein erhöhter Einarbeitungsaufwand notwendig. 🙂

Im Großen und Ganzen war ich jedoch sehr positiv von allem überrascht und bin noch immer begeistert von meinem Ergebnis. Top! *Eigenlob stinkt

weitere Links

Konntet Ihr ebenfalls schon Erfahrungen mit Hugin sammeln?
Zeigt uns eure Ergebnisse!  🙂

Über Oliver Schaef

Initator und hauptverantwortliche Person hinter dem Blog fotolism.us. Weitere Informationen über mich. Besucht auch meinen Photoblog: www.3ey.es und folgt mir auf Twitter. Danke! :)
Dieser Beitrag wurde unter Bildpräsentation, HowTo, Linktipp, Technik abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Erstellung Panorama-Views mit Hilfe des Opensource-Tools Hugin

  1. hombertho sagt:

    Wow ein sehr schönes Panoramabild. Ist dir echt sehr gut gelungen 🙂 Hugin kannte ich noch gar nicht, aber es macht schon mal einen sehr guten Eindruck. Ich habe es mir auch schon herunter geladen. Brauche jetzt nur noch die passenden Bilderserie 😉
    Danke für den Tipp!
    Viele Grüße
    Thomas

  2. Uwe Mayer sagt:

    Hugin verwende ich schon länger, in der aktuellen Version ist das Toolset endlich auch einfach zu bedienen. Feintuning an Projektionen sind – wie von Dir berichtet – etwas knifflig. Allerdings kann Hugin dank Enfuse auch HDR in einem Panorama unterbringen, ohne Tone Mapping (Screencast dazu ist in Arbeit).

    Bei Panoramen 'aus der Hand' kann Hugin punkten, auch dank der Möglichkeit Knoten manuell zu setzen und zu verändern. Auch in Multirowtechnik. Dafür ist Hugin genial und eben Open Source.

    Nodalpunktgetreue Panos mit entsprechenden Panoköpfen / Nodalpunktadaptern können andere Softwarepakete ja auch recht brauchbar (und schneller) rechnen. Hier ist Hugin dann guter Durchschnitt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.