Das Fotografieren von Schmetterlinge – Teil 2 – eine fotografische Herausforderung

Das Fotografieren von Schmetterlinge ist mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Meine Erfahrungen möchte ich mit euch in Form einer kleinen Reihe teilen:

Mit „Es sind Lebewesen“ fing gestern diese Reihe an. Heute schreibe ich über die fotografischen Herausforderungen, auf die man so stößt, wenn man Schmetterlinge fotografieren möchte. Dies möchte ich wieder in Form von Beispielbilder näher bringen…

Erst einmal zum Equipment, welches ich verwende – ich besitze kein Macro-Objektiv, aber das Canon 24-105mm L reicht, so fern genug Licht vorhanden ist, vollkommen für meine Zwecke aus. Ein Abbildungsmaßstab von 1:1 ist bei der Größe der Insekten meiner Meinung nach nicht erforderlich. Dennoch möchte man das Tier möglichst formatfüllend ablichten und nicht so:

Schwalbenschwanz

Die Regeln des goldenen Schnitts gelten auch hier. Der Schmetterling sitzt etwas verloren am Boden. Der Zoombereich von 105mm jedoch bereits vollständig ausgeschöpft. Mir bleibt nichts anderes mehr möglich, als mich dem Tier zu nähern. Da Schmetterlinge wie die meisten Tiere dann doch sehr scheu sind, ist hier auch etwas Geschick gefragt. Wichtig, keine schnelle Bewegungen. Meiner Erfahrung nach stört es dem Insekt weniger, wenn sich ein schwarzes Objekt nähert als ein ganzer Mensch. Aus diesem Grund bleibt mein Körper unbewegt, führe nur ganz langsam die Kamera Richtung Motiv. Wenn man ein Auge dabei zu kneift, kann man mit dem anderen auch aus der Entfernung noch immer durch den Sucher gucken und sehen, ob das Zielobjekt noch immer mit dem mittleren Fokus-Punkt automatisch fokussiert wird – natürlich entstehen in der zwischenzeit schon einige Bilder, da man immer damit rechnen muss, dass sich der Schmetterling bedroht fühlt und davon flattert… So bewege ich also die Kamera Richtung dem Tier bis ca. zur Nahgrenze des Objektives, beim 24-105mm sind des 45 cm. Bei etwas Glück bleibt das Insekt unbeeindruckt von diesem Vorgehen und man kann in Ruhe verschiedene Aufnahmen machen.

Neben der Aussrichtung und die Nähe zum Objekt ist natürlich auch das drumherum wichtig. Die kräftigen Farben der Flügel eines Schmetterlings kommen erst richtig zur Geltung, wenn auch der Hintergrund stimmig ist, bzw. nicht zu stark ablenkt. Beim gezeigten Bild mit dem Schwalbenschwanz sind die Steine als Hintergrund ideal, aber beim folgendem Bild ist das Gewölle eines Raubvogels doch sehr unappetitlich:

Bläulinge

Eine weitere Schwierigkeit, was mir Probleme bereitet hatte, war das Licht… im Sucher und im Histogramm sieht eigentlich alles bestens aus und zu Hause am Computer ist das Zielmotiv unbrauchbar unterbelichtet… ein aufhellen des Bildes dank Verwendung von RAW eigentlich kein Problem, aber am Schmetterling selbst der ebenfalls dunkel war gingen wichtige Strukturen verloren – fieses Licht mit harten Schatten und eine falsche Einstellung an der Kamera vermute ich mal waren der Auslöser…

Mohrenfalter (glaub ich)

Eine weitere Sache, die man immer erst hinterher am Computer sieht, ist, wenn Dinge, wie in diesem Fall ein Grashalm das Bild stören…

Kaisermantel

…nichts desto trotz war dieses Kerlchen eh schon etwas zerflättert. 🙂

So, das war mein 2. Teil mit diversen Schwierigkeiten mit denen ich beim Fotografieren von Schmetterlinge zu kämpfen hatte. Ich hoffe meine Erfahrungen helfen euch ein bisschen weiter, wenn ihr selbst mal versucht, diese schönen Insekten zu fotografieren.

Im dritten und letzten Teil dieser Reihe präsentiere ich euch dann ein paar meiner Ergebnisse. 🙂

Viel Spaß
Olli

Über Oliver Schaef

Initator und hauptverantwortliche Person hinter dem Blog fotolism.us. Weitere Informationen über mich. Besucht auch meinen Photoblog: www.3ey.es und folgt mir auf Twitter. Danke! :)
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2 Kommentare zu Das Fotografieren von Schmetterlinge – Teil 2 – eine fotografische Herausforderung

  1. Simon sagt:

    Schmetterlinge sind eines meiner Lieblingstiere. Sehen einfach klasse aus.

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